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Liftanlagen Chronik - Die Skilifte

Die wirtschaftlichen Erfolge der Planneralmlifte blieben in den Anfangsphasen oft hinter den Erwartungen zurück, damals gab es praktisch keine gemeinsamen Tageskarten für die Plannerlifte, und die Betreiber standen so gesehen untereinander in einem Konkurrenzverhältnis.

Mit einem komplizierten Registrierungssystem wurde ein Aufteilungsschlüssel ermittelt. Verbessert hat sich die Lage schlagartig, als sich die Plannerlifte als eine Einheit präsentierten und die Planner auch werbetechnisch entsprechend vermarkten konnten. Heute erfolgt die Abrechnung mit Hilfes des ISPO-Schlüssels nach der Frequenz auf den Drehkreuzen.

Ein wichtiger Schritt für die Planneralm als Wintertourismusort war auch die Verleihung des Pistengütesiegels, das 1990 von der damaligen Frau Landesrätin Waltraud Klasnic überreicht wurde. Pro Wintersaison verzeichnen die insgesamt vier Plannerlifte rund 1,5 Millionen Liftfahrten ( derzeit mit 6 Liften ~ 1,6 Millionen). Als nächste große Investition war geplant, auf der Planner wurde auch eine Sesselliftanlage errichtet. Somit ist das Skifahren und der Skiurlaub in Österreich auf der Planneralm weiterhin gesichert.
 

Der Zettlerlift

Bereits im Jahre 1952 beabsichtigte Sepp Stieg einen Schilift auf der Planneralm zu errichten. Aus dem Protokoll der Jahreshauptversammlung der Alpgenossenschaft Planner desselben Jahres ist zu entnehmen :

„Das Ansuchen des Herrn Sepp Stieg, Brandstätter-Sohn, zur Errichtung eines Schiliftes auf der Planner wird abgelehnt. Die Erbauung eines Skiliftes im Rahmen der Alpgenossenschaft wird gutgeheißen. Karl Zettler sen. ist der Meinung, dass mit einem Betrag von ATS 20.000,- bis 25.000,- ein Skilift errichtet werden könnte.“

Karl Zettler, geb. 1918Karl Zettler , geb. 1918 , erzählt von den ersten Gehversuchen der Planninger auf einem bisher unbekannten Tourismusbankett - den Schiliften:

“Zur Ankurbelung des Fremdenverkehrs habe ich als Fremdenverkehrsobmann gemeinsam mit Franz Leitner, vlg. Schwoager, 1951 einen gebrauchten Lift gekauft. Es handelte sich um einen Einbügellift. Jeder Liftbenützer mußte den Bügel selbst einhängen.

Bei der Bergstation hat sich der Bügel automatisch ausgehängt, per Rucksack mußten die Bügel wieder zur Talstation gebracht werden. Kurz vor Weihnachten 1954 ist der Lift aufgestellt worden, und zwar in der Nähe, wo jetzt der kleine Rotbühellift steht.

Richtig in Betrieb gegangen ist der Lift jedoch nie. Frau Herdlicka hat nämlich den Schilehrern verboten, den Lift zu benutzen. Sie sagte: „Die Leute sollen lieber das Geld bei uns im Haus lassen, als dieses beim Lift zu verschwenden“. Im Sommer 1955 wurde der Lift dann wieder abgebaut.“

Ordnung muss sein, und deshalb wurde auch damals schon der Einbügellift von fachkundigen Handwerkern überprüft. Walter Danglmeier erinnert sich noch an seinen Einsatz als Inspizient:

„Nach den Weihnachtsfeiertagen 1954/55 wurde ich von meinem Chef Johann Leeb, KFZ-Mechanikermeister in Irdning, beauftragt, auf der Planneralm den Zettlerlift auf seine Funktionstüchtigkeit zu überprüfen. Bis Donnersbach wurden wir - ein Lehrbub war auch dabei - mit dem Pkw gebracht. Dann ging es mit dem Schlitten über Stock und Stein und über mehrere Lawinengänge auf die Planneralm. Nach ca. 5 Stunden waren wir oben. Am nächsten Tag gingen wir ans Werk. Ein Schifahrer wurde als Versuchskaninchen bereitgestellt. Der Lift funktionierte ohne Belastung bestens; wenn eine Person angehängt war, nur mehr ruckweise. Zwei Personen konnten nicht bewegt werden. Was war der Grund? Die Leistung des Aggregates war viel zu schwach.

Beim Rückmarsch nach Donnersbach haben wir ein Rehkitz, das erschöpft in einer Lawine lag, aufgenommen und nach Donnersbach gebracht. Dort wurde es in einem Gehege aufgezogen und dann wieder ausgesetzt.“

 

Der Edlingerlift

Eduard Edlinger erzählt die Geschichte des Liftes:


„Im Jahre 1958 wurde ein gebrauchter Schilift vom Radstädter Tauern gekauft. Es wurde im selben Jahr eine Talstation errichtet, die meiner Meinung nach viel zu aufwendig gestaltet war, und danach begann man den Lift aufzustellen.

Es mußte auch ein Dieselaggregat für den Lift und die Hütte angeschafft werden. Bis zum Jahre 1959 hatten wir ein kleines E-Werk, dieses reichte zur Stromversorgung unserer Hütte aus, jedoch nicht für den Betrieb des Schiliftes.

Der Stützenbau für die Schiliftanlage war eine harte Arbeit, das notwendige Stützenmaterial wurde teils mit dem Muli befördert, teils mußten die einzelnen Teile auch noch hinaufgetragen werden.


1959 wurde der Lift dann in Betrieb gesetzt, er war jedoch nur fallweise eingeschaltet. In der Wintersaison 1961/62 war der Lift dann normal in Betrieb.

Wegen finanzieller Schwierigkeiten mußte der Lift dann jedoch im Jahre 1968 versteigert werden.
 

Großer Rotbühellift

Altbürgermeister Karl Lackner erinnert sich noch, als man sich entschloß, eine für die damaligen Zeiten moderne Liftanlage auf den Rotbühel zu errichten, um anderen Wintersportorten nichts nachzustehen. Die Liftanlage wurde von der Lackner KG errichtet.

„Damit die Planneralm auch mit den anderen Wintersportorten Schritt halten konnte, haben wir uns entschlossen, im Jahre 1963 eine moderne Liftanlage auf den Großen Rotbühel zu errichten.

Um das Vorhaben erfolgreich durchführen zu können, mussten zuallererst der 12 km lange Plannerweg als Straße, die auch von Pkw benutzt werden konnte, ausgebaut werden.

Dies war nur mit großer finanzieller Mithilfe des damaligen Landeshauptmannes, ÖK.-Rat Josef Krainer, möglich. Der Bau der Liftanlage erforderte großen körperlichen Einsatz, immerhin gab es seinerzeit keine geeigneten technischen Maschinen und Geräte.

Die Grabarbeiten für die Fundamente mussten händisch durchgeführt werden, und für die Aufbringung des Betons, die Seilbahnstützen, die Umlaufstation usw. war die Errichtung einer Materialseilbahn erforderlich.

Besonders zu erwähnen ist die großartige Nachbarschaftshilfe vieler Donnersbacher, die am Bau unentgeltlich mitgeholfen haben sowie die kostenlose zur Verfügungstellung einer Materialseilbahn und von vier Forstarbeitern des Forstmeisters Loschek von der Forstverwaltung Donnersbach.

Der Liftbau konnte unter großem Arbeitseinsatz knapp vor Weihnachten fertig gestellt werden. In Folge eines akuten Schneemangels, den es auf der Planneralm eigentlich seit Menschengedenken nie gegeben hatte, konnte die Anlage erst am 8. Februar 1964 feierlich eröffnet und in Betrieb genommen werden.“
 

Der Seekarlift

Herbert Herdlicka sen., dessen Sohn Herbert mit seiner Frau Fritzi heute das Tauernhaus und den Seekarlift weiterführt, erinnert sich noch an die Startschwierigkeiten.

„Im Winter 1965/66 haben wir innerhalb der Familie den Beschluss gefasst, dass auch wir einen Lift auf der Planner errichten wollen. Ein Lift war damals einfach finanziell viel attraktiver als die ganze Gastronomie.

Wir haben dann Kontakt mit der Firma Doppelmayer aufgenommen und ließen uns ein Projekt für einen Lift in Richtung Seekar-Planneralm erstellen, die Kosten für das Projekt betrugen rund 1 Million Schilling.

Wir haben uns über die Finanzierung den Kopf zerbrochen, denn heute bekommt man leichter 20 Millionen, als man damals eine Million auftreiben konnte.

Nachdem von seiten der Sparkasse die Finanzierung abgelehnt worden war, nahm ich Verbindung mit der NEWAG-NIOGAS auf, die mir ein äußerst günstiges Finanzierungsangebot unterbreitete.

Im Sommer 1966 begannen wir - übrigens gleichzeitig mit der Elektrifizierung der Planneralm - mit dem Bau des Schiliftes. Meine Projektansuche bei der Gemeinde wurde vorerst abgelehnt, ich ließ mich jedoch nicht einschüchtern.

Wir führten damals die Arbeiten mit der Überzeugung weiter, dass wir wohl früher oder später von seiten der Behörde die Baugenehmigung bekommen würden. Anfang Dezember 1966 konnten wir den Lift eröffnen.“

2011 wurde der Seekarlift nach 45 Jahren aus sicherheitstechnischen und wirtschaftlichen Gründen abgetragen. Die Plannereckbahn ist seither der Hauptzubringer zu den Pisten 2 und 3.

 

Kleiner Seekarlift

Vorbesitzer dieses Liftes war die Familie Edlinger. Anlässlich der Versteigerung wurde dieser von der Lackner KG im März 1968 erworben.

Da die Anlage schon in einem sehr schlechten Zustand war, wurde sie im Sommer 1968 abgetragen und durch eine neue ersetzt. Heute wird die Liftanlage von der Familie Gerhard Lackner geführt.
 

Gläserbodenlift

Im Jahre 1972 hatte Christine Dornbusch die Idee, einen neuen, langen Schilift auf den Gläserboden zu bauen. Als Almmitbesitzer, der ebenfalls Bauabsichten hatte, entschloss die Familie Adelwöhrer, vlg. Zauner, sich als Gesellschafter an dem Projekt zu beteiligen. Die anschließenden Bauarbeiten, bei denen sich Christian Dornbusch, Hans und Herbert Adelwöhrer und der erfahrene „Doppelmayer und Lechner-Bliem“ besonders engagierten, zogen sich bis ins Frühjahr 1973 hin.

Der Stromanschluss erfolgte über die damalige Lichtbaugemeinschaft Planneralm. Bei der ersten Inbetriebnahme des Liftes trat jedoch schon eine Panne auf.

Nach dreitägigem Probelauf wurde wegen eines fatalen Irrtums des Firmenmonteurs zuwenig Getriebeöl eingefüllt, worauf am 6. Jänner 1973 ein schwerer Getriebeschaden auftrat, der nur in einer mehrtägigen Reparatur behoben werden konnte.

Am 13. Jänner 1973 um 13 Uhr, so ist dem Betriebstagebuch zu entnehmen, gab es freie Fahrt für die Gäste. In der Saison 1978/79 wurde der berüchtigte „Liftomat 2000“ eingebaut, der als Einbügelautomat eine Selbstbedienung ermöglichen sollte. Die hohe Fahrgeschwindigkeit (3,5 m/sec) und technische Mängel führten zu zahlreichen Problemen, so dass die Anlage schon nach kurzem den treffenderen Namen „Schlachtomat“ erhalten hat.

Im Jahre 1985 wurde der Lift noch einmal umgebaut, und im Dezember des Jahres übernahm Frau Angelika Pilz als Konzessionsinhaberin den Gläserbodenlift. 1990 wurde im Herbst wiederum ein großer Liftumbau in Angriff genommen, wobei eine Erhöhung der Förderleistung auf 1.200 P/h erreicht wurde.

Ein Gleichstrommotor ermöglicht nun auch die stufenlose Regelung der Fahrtgeschwindigkeit, was gerade bei starkem Wind Sicherheitsvorteile bringt. Anmerkung der Redaktion: Im Jahr 2000 wurden die Plannereckbahn, ein fixgeklemmter 4-er Sessellift mit Förderbandeinstieg, und die Rotbühelbahn, ein kuppelbarer 4-er Sessellift, auf der ehemaligen Strecke des Großen Rotbühelliftes, errichtet.

Ebenfalls im Jahr 2000 wurden 2 Betreibergesellschaften gegründet, welche gemeinsam in der ARGE Skilifte Planneralm (gegründet 1987 ) vertreten sind:

  • die Plannereck-, Gläserboden-Liftbetriebs GesmbH&CoKG
    (Angelika Pilz & Herbert Herdlicka jun.)
  • die Rotbühellifte-Betriebs GesmbH&CoKG
    (Heinz & Gerhard Lackner)